Sessel S35

Marcel Breuer, 1929

 

Der  Clubsessel  S35 wurde 1930 im Pariser Grand Palais bei einer unter anderem von Marcel Breuer selbst ausgerichteten Werkschau moderner deutscher Möbelproduktion vorgestellt. Durch die Konstruktion des Sessels mit einer einzigen durchgehenden Linie gelingt es, den Freischwinger-Effekt des gebogenen Stahlrohrs zu doppeln, ohne dabei auf Hinterbeine zu verzichten. Die Armlehnen schwingen unabhängig von Sitz- und Rückenflächen und ermöglichen es dem Sitzenden, die Bewegungen des Sessels in Balance zu halten. Ursprünglich mit einem speziell für die Breuer Entwürfe in der Bauhaus Weberei gefertigten Baumwollgewebe (Eisengarn) bespannt, waren früh auch Korbgeflecht und Leder gebräuchlich. Preis ab 2.362,- EUR

 

*Stand Dez. 2018 - Änderungen und Irrtümer vorbehalten

Quelle: Thonet GmbH

Marcel Breuer (1902-1981)

 

Marcel Breuer war von 1920 bis 1924 Student am Bauhaus in Weimar. Ab 1925 übernahm Breuer als Jungmeister die Leitung der Tischlerei am Bauhaus. Später arbeitete er zunächst u.a. in Deutschland und ab 1937 in den USA als selbstständiger Architekt und Designer. Außerdem wurde er Professor für Architektur in Harvard. Schon früh sorgten Breuers Möbelentwürfe aus Holz für Aufsehen. Später widmete er sich vor allem dem neuen Material Stahlrohr. Es heißt, die Idee dazu sei dem begeisterten Radfahrer Breuer beim Betrachten seines aus gebogenem Stahlrohr gefertigten Fahrradlenkers gekommen.

Seine Tätigkeit als Möbel-Entwerfer war die wohl fruchtbarste aller Bauhäusler. Er hinterließ eine große Zahl wegweisender Entwürfe, von denen die meisten heute absolute Klassiker des Möbel-Designs sind. Breuer gilt deshalb zu Recht als eine der zentralen Figuren der Designgeschichte.

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