Stuhl D40

Marcel Breuer, 1928

 

Dieser Freischwinger zählt ungerechtfertigterweise zu den weniger bekannten Vertretern seiner Art. Die Armlehnen sind beim D40 integraler Bestandteil des Entwurfs. Diese nehmen die eleganten Schwünge des Untergestells auf und führen sie in einer gelungenen Gegenbewegung nahtlos fort. Als Bezugsmaterial für den D40 wählte Breuer Eisengarn, ein strapazierfähiges Baumwollgewebe, welches in der Weberei des Bauhauses von Margaretha Reichardt produziert wurde. Marcel Breuer verwendete Eisengarn bei verschiedenen Entwürfen. Dazu merkte er an: „Die stoffbespannten Stahlrohrmöbel haben die Bequemlichkeit von guten Polstermöbeln, ohne deren Gewicht, Preis, Unhandlichkeit und unhygienische Beschaffenheit.“ (Katalog der Firma Standard-Möbel, 1926). Heute ist der D40 unter anderem mit einer vergleichbaren textilen Bespannung in 40 Farben erhältlich.  .

 

Stuhl D40, Tecta, Preis ab 820,- EUR*

 

*Stand Dez. 2018 - Änderungen und Irrtümer vorbehalten

Quelle: Thonet GmbH

Marcel Breuer (1902-1981)

 

Marcel Breuer war von 1920 bis 1924 Student am Bauhaus in Weimar. Ab 1925 übernahm Breuer als Jungmeister die Leitung der Tischlerei am Bauhaus. Später arbeitete er zunächst u.a. in Deutschland und ab 1937 in den USA als selbstständiger Architekt und Designer. Außerdem wurde er Professor für Architektur in Harvard. Schon früh sorgten Breuers Möbelentwürfe aus Holz für Aufsehen. Später widmete er sich vor allem dem neuen Material Stahlrohr. Es heißt, die Idee dazu sei dem begeisterten Radfahrer Breuer beim Betrachten seines aus gebogenem Stahlrohr gefertigten Fahrradlenkers gekommen.

Seine Tätigkeit als Möbel-Entwerfer war die wohl fruchtbarste aller Bauhäusler. Er hinterließ eine große Zahl wegweisender Entwürfe, von denen die meisten heute absolute Klassiker des Möbel-Designs sind. Breuer gilt deshalb zu Recht als eine der zentralen Figuren der Designgeschichte.

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